Tierische Performance – Künstlerteam bearbeitet brisante Fragen zu (Körper-)Dressur, (Menschen-)Zucht, Erziehungssytem und Hoffnung auf Erleuchtung im Rahmen der OSTRALE‘ 010 in Dresden.

Acht junge Künstler und Künstlerinnen aus ganz Deutschland haben sich für die Produktion „phRasen der dressur – Eine Herde findet ihren Weg“ zusammen gefunden. Im Zuge der Ostrale’010 entwickeln sie nun als artists in residence ein Stück, das sich der skurrilen Parallelität von Pferdedressur und Körperkultur widmet.

Vor mehr als einem Jahr begann die Choreographin und Initiatorin des Projekts, Miriam Welk, das Thema Dressur für sich zu erschließen. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung erarbeitete die in Berlin lebende Künstlerin das Duett „phRasen der dressur“ in Zusammenarbeit mit Madlen Stange und Max Kirstein, das im Juni 2009 in der semper kleine szene zur Aufführung kam.

„Ein Dressurakt in dem die Unterschiede zwischen Mensch und Tier verschwimmen. Keine Flut, sondern wenige Bilder, gut gewählt und sozial abgeleitet, etwa die Verwendung einer Strumpfhose als Zaumzeug. Am Ende, im Theaternebel, zu betörenden Vokalisen, könnte man fast für den Himmel halten was die Hölle ist.”
(Boris Michael am 18. Juni 2009 auf www.tanznetz.de )

„Über Assoziationen muss man da gar nicht erst reden; auch in der Kunst geht es – und nicht immer ermutigend – um Funktionieren, Erziehung, Zucht, Erleuchtung. Eben um willige gut abgerichtete Arbeitstiere… Auch Pferde!“,
schrieb Gabriele Gorgas am 20. Juni 2009 in der Dresdner Neueste Nachrichten.

Für das neue Projekt wird sich nicht nur die „Herde“, sondern auch das Assoziationsfeld erweitern: Es dreht sich um Erziehung und Dressur von der Schulklasse bis zum Zuchthaus; um Selbstdisziplinierung in Tanz- und Reitkunst; um den Körper als Instrument des Gehorsams und als Medium von Ausdruck und Kommunikation.

Cindy Hammer, Diana Zolotarova, Juliane Meckert, Sina Nikolaus und Miriam Welk werden gemeinsam für das Publikum die Kunst reiten, die Bühne zur Manege machen und den Zuschauer zum Zirkusbesucher und Gefängnisinsassen. Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Dominik Raiser (Kostümdesign) und Ansgar Prüwer (Bühnenbild) verwandeln den Theaterraum in ein panoptisches System und Sängerin und Soundkünstlerin Stephanie Krah (B.A. in Philosophie – Künste – Medien, Universität Hildesheim) wird mit ihrer Stimme, mit Field-Recordings und elektronischen Sounds das Geschehen klanglich rhythmisieren.

In „phRasen der dressur – Eine Herde findet ihren Weg“ treten zeitgenössischer Tanz, Klangkunst, Kostümdesign und Bühnenbild in einen scharfen Dialog miteinander, und lassen die Thematik in einer ca. 45-minütigen Performance auf allen Sinnesebenen verschmelzen. Jenseits der Grenzen künstlerischer Genres
kommen liebevoll, komplex gestaltete Ästhetik und Gesellschafts-Kritik zusammen.
Ende Juli startet das Team seine intensive Schaffensphase mit Rechercheaufenthalten auf dem Landgestüt Moritzburg und zwei Dresdener Reiterhöfen. Die Vorstellungen finden im Rahmen der OSTRALE.xtra am 27.
August und 11. September im Ostragehege auf dem Heuboden statt.

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